Die Bachmann

Jörg Schorn

Wortwitzige, treffend illustrierte Biografie für Bachmann-Fans.

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, ist wohl eines ihrer  berühmtesten Zitate. In diesem Sommer wäre Ingeborg Bachmann 100 geworden, aber es war das intensive, sich verschwendende Leben, was der 1926 in Klagenfurt geborenen Dichterin entsprach und so starb sie 1973 in ihrer Wahlheimat Rom. Sie hatte sich in ihrer Wohnung schwere Verbrennungen zugezogen, aber wie man in Jörg Schorns eigenwillig illustrierter Kurzbiografie erfährt, ist es vor allem ihre jahrelange Tablettenabhängigkeit, die ihre Genesung letzendlich verhindert. Schorn erzählt ihr Leben vom Ende her und konzentriert sich auf auf ihre Arbeit, ihren Ruhm und die „Lebensmänner“ der Bachmann von Paul Celan über Hans Werner Henze bis Max Frisch. Er schildert eine facettenreiche Frau, die das Schreiben liebt und sich gleichzeitig auf der Suche nach sprachlicher Perfektion aufreibt. Weltveränderung durch Sprache, das war der Kern ihrer Poetik. Wie kaum eine Frau vor ihr wird sie als Intellektuelle wahrgenommen, wird mit ihrem androgynen Stil zur Ikone und schuf einzigartige Gedichte wie „Erklär mir, Liebe“.


Ein gelungener, kurzweiliger Einblick mit Tiefendimension in das Leben und die Zerrissenheit einer Ausnahmeschriftstellerin in einer Zeit, in der wichtige Literatur  ausschließlich von Männern geschrieben wurde, dachten die Männer.

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:   Marie Varela


Preisgeb.: 22,00 €
Erscheinungsjahr2026
VerlagJacoby & Stuart
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl109 Seiten
ISBN978-3-96428-346-7
SignaturSL / Bb
SchlagworteGruppe 47 / Bachmann / Dichterin / Poetik