Die Lebenden reparieren

Maylis de Kerangal

Die genaue Beschreibung der entscheidenden 25 Stunden vom Unfalltod bis zur Organverpflanzung.

Der Sterbende ist 19 Jahre alt und der Tod ein klassischer Fall  der Transplantationsmedizin: Verkehrsunfall. Die Autorin hat offenbar genau recherchiert und durfte an den entsprechenden Gesprächen und Operationen teilnehmen. Hoffentlich sind die Vorgänge in Deutschland anders, als der im französischen Kontext anzusiedelnde Roman. Im Buch wird zuerst das Transplantationszentrum angerufen, bevor überhaupt die Eltern des Jungen wissen, dass er hirntot ist. Schrecklich! Trotzdem ist das Buch ergreifend und bewegend. Die Leidenschaft der Eltern treffend beschrieben, ihr Schmerz und ihre Ratlosigkeit. Der sagenhafte Druck der vermeintlichen Nächstenliebe, das Kind zur Organspende frei zu geben... sie tun es. Nur so geht der Plot aus originellen Chirurgen und deren Besonderheiten, engagierten und verknallten OP-Schwestern und einer liebenswerten Herzempfängerin überhaupt auf. Einiges bleibt fragwürdig. Alle Organempfangenden (außer Herz) sind Kinder. Das ist unrealistisch! 
 

Ein aufrüttelnder Roman zu einem aktuellen Thema, der viel kontroversen Diskussionsstoff bietet. 

 

Bewertung: 2/3   

Rezension von:   Christiane Thiel 


Preiskt.: 13,00 €
Erscheinungsjahr2016
VerlagSuhrkamp
OriginalspracheFranzösisch
Übersetzer:inAndrea Spingler
Seitenzahl254 Seiten
ISBN978-3-518-46688-9
SignaturSL
SchlagworteUnfalltod / Familie / Sterben / Organspende