Die Unbehausten

Barbara Kingsolver

Ein Roman über zwei Jahrhunderte, in denen die Welt aus den Fugen zu geraten scheint – aktuell und zeitlos zugleich.

Alles war so sorgfältig durchdacht in der Planstadt Vineland. Doch eins der Häuser ist so marode, dass seine Bewohner spüren: Kein Stein bleibt auf dem anderen, alte Gewissheiten geraten ins Wanken.
Ende des 19. Jahrhunderts ist der Naturkundelehrer Thatcher fasziniert von Darwins Forschung: Was, wenn der Mensch gar nicht die Krone der göttlichen Schöpfung ist? Doch mit solch modernen Ideen stößt er auf Widerstand. Im selben Haus lebt in der Gegenwart Willa mit ihrer Familie. Eben noch solider Mittelstand sehen sie sich auf einmal vom sozialen Abstieg bedroht. Noch dazu spaltet der Präsidentschaftskandidat „Megafon“ die Familie. Im Original ist dieser Roman bereits 2018 erschienen in der ersten Amtszeit von Donald Trump. Die deutlichen Bezüge dazu entstammen also noch dieser Zeit. Doch das metaphorische marode Haus scheint aktueller denn je. 
Neben der gelungenen gesellschaftlichen Analyse macht vor allem ein Nebencharakter große Freude: Der historischen Naturforscherin Mary Treat wird hier als Thatchers (lebens)kluger Nachbarin und Freundin ein kleines Denkmal gesetzt.


Wer sich mit realen gesellschaftlichen und historischen Verhältnisse gerne literarisch auseinandersetzt und ein Faible für die USA hat, wird große Freude an diesem Roman haben. 

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:  Hannah Woernle


Preisgeb.: 26,00 €
Erscheinungsjahr2025
Verlagdtv Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG
OriginalspracheEnglisch
Übersetzer:inDirk van Gunsteren
Seitenzahl621 Seiten
ISBN978-3-423-28463-9
SignaturSL
SchlagworteUSA / Abstieg / 19. Jahrhundert / Gegenwart