Die Wut ist ein heller Stern
Eine außergwöhnliche Familiengeschichte über die Nachkriegsgeneration, vererbte Traumata und Sprachlosigkeit.
Zeitenwende 1930. Inzwischen können wir uns alle viel besser vorstellen, wie das damals in Deutschland war. Wenn alles zu kippen droht, wer weiß, in welche Richtung, und gleichzeitig der Alltag zu bewältigen ist – für die einen. Der Rückzug ins Private so naheliegt – für die anderen. Rückzug oder Radikalisierung: Da liegt die Katastrophe schon in der Luft.
Ein Seiltanz! Hedda ist Artistin in Hamburg-St. Pauli. Die junge Frau bangt um die „Ritas“, die Frauen, die sich verkaufen müssen. Um ihren kleinen Bruder Pauli und den großen Bruder Jaan, der auf einem Walfänger anheuert. Ihr Freund Kuddel wird von der Gestapo abgeholt. „Abgeholt“ wurden viele in dieser Zeit, wo sich alles zuspitzt und die Mädchen im Varieté bald Dirndl tragen müssen, vor sich im Publikum die Uniformen, tief drinnen die Angst vor dem, was vielen von ihnen passiert: Gewalt, Erniedrigung, Zwangssterilisation, Zwangsbefürsorgung.
Anja Kampmann erzählt in einem hohen, poetischen Ton von diesem Milieu, einer eigenartig kunstvollen Sprache, die manchmal mehr verbirgt als präzisiert, aber inneren Bildern Raum lässt.
Für fortgeschrittene Leserinnen, politisch und historisch interessiert.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Anne Buhrfeind
| Preis | geb.: 28,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | Hanser |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 494 Seiten |
| ISBN | 978-3-446-28120-2 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Belletristik / Zeitgeschichte / Frauen / Nationalsozialismus |