Drei Wochen im August

Nina Bußmann

Elena fährt mit ihren Kindern und der Nanny/Haushälterin/Freundin (?) Eve in ein abgelegenes Ferienhaus an der Atlantikküste.

In der vermeintlichen Sommeridylle schwelt permanent- ähnlich wie die bedrohlichen Brände in der Nähe - eine Gefährdung aller ProtagonistInnen mit. Ihre Verlorenheit verstärkt sich: Elena ist in ihrer Ehe, Mutterrolle und Arbeit für eine Künstlerin stark verunsichert; Eves Leben wirkt durch den Exmann und prekäre Lebensumstände bedroht; die 13-jährige Linn ist sehr speziell im Äußeren wie in ihrer Unnahbarkeit; ihre Freundin Noémie ist so kapriziös wie ihr Name; und selbst der kleine Rinus ist besonders mit einer Autismus-Diagnose. Männer tauchen auf und nehmen unverzüglich großen Raum ein. In allen Konstellationen geht es auch um Macht. Eine psychologische Studie von Charakteren, die in sich selbst gefangen sind und nicht zueinander finden - bis zum Ende gibt es keine Auflösung / Entwicklung. Die Autorin lässt Elena und Eve abwechselnd ihre Perspektiven erzählen. Der (gefühls-)starre Erzählton bleibt für beide derselbe. Auch das Ende bietet keine Erlösung. Präzise eingefangene Vereinzelung von Menschen in der aktuellen gesellschaftlichen Lage. Durchaus schmerzhaft zu lesen.


Für gehobene LeserInnen-Ansprüche.

 

Bewertung: 2/3   

Rezension von:  Katharina Katz


Preisgeb.: 25,00 €
Erscheinungsjahr2025
VerlagSuhrkamp
Originalsprachedeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl317 Seiten
ISBN978-3-518-43221-1
SignaturSL
SchlagworteFrauen