Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
Eine Lebensrückschau und eine große Erkundung des Frauseins.
Nach dem Tod ihres Mannes räumt eine Frau ihr Haus auf und ordnet dabei auch ihre Ehe, die mal eine Liebe war. Das Spannende daran: Die Frau ist die niederländische Professorin für Frauenforschung Christien Brinkgreve. Die Chancen sollten doch eigentlich nicht schlecht dafür stehen, dass diese Frau ein gleichberechtigtes Familien- und Eheleben mit ihrem ebenfalls erfolgreichen Mann A., erlebt und gelebt hat. Für Aussenstehende sah es sicher so aus, umso schmerzlicher ist der Blick hinter die Kulissen, den Brinkgreve, Jahrgang 1949, schonungslos und offen gewährt. Dass sie dabei auch sich selbst kritisch in ihrer Rolle als berufstätige Ehefrau und Mutter betrachtet und nicht einfach dem Mann an ihrer Seite die Schuld für das Erkalten ihrer Liebe verantwortlich macht, macht dieses Buch aus und zu einem großen Gewinn. Brinkgreve beschreibt keine individuelle Geschichte, sondern eine kollektive Erfahrung, für die sie präzise, genau abgewogene Worte findet, die etwas sichtbar machen, was uns modernen Frauen geradezu körperliches Unwohlsein verursacht: Auch, wenn wir finanziell unabhängig und gut ausgebildet sind, greifen tradierte Rollenmuster, ohne, dass wir es bemerken.
Ein augenöffnender Text darüber, warum Frauen trotz aller Anstrengungen immer noch nicht da stehen, wo sie stehen sollten und wie tief die Spuren des Patriarchats wirklich sind.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Marie Varela
| Preis | geb.: 23,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | Hanser |
| Originalsprache | Niederländisch |
| Übersetzer:in | Lisa Mensing |
| Seitenzahl | 190 Seiten |
| ISBN | 978-3-446-28567-5 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Ehe / Feminismus / Beziehung / Frausein |