Frag nicht nach Agnes
Warum wird Oma Agnes totgeschwiegen? Frauenschicksale in einer Familie im Südwesten Deutschlands (1943-heute).
Was war geschehen zwischen Oma Agnes und ihrer Mutter Monika, dass Tochter Lilo (30) nicht fragen darf? Als es in einem wichtigen Brief um einen Garten und Oma Agnes geht, stellt Lilo eigene Nachforschungen an. Der Roman ist zweigeteilt. Auf einer Ebene erfahren wir von Agnes, die als junges Mädchen 1943 bei einem Bombenangriff ihre gesamte Familie verliert, bei Familie Steiner in Rotweier unterkommt und mit deren Sohn Walter während eines Fronturlaubs verheiratet wird. Agnes, die zweisprachig und freier aufgewachsen ist, tut sich schwer im Dorf mit seinen konventionellen Vorstellungen. Und was geht in Walter vor, der in den 50er Jahren aus der Kriegsgefangenschaft kommt? Im zweiten Handlungsstrang erfahren wir von Lilos Leben als Goldschmiedin. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist kühl und distanziert. Die Autorin (von Haus aus Übersetzerin) hat unter dem Namen Jakob bereits einige erfolgreiche Romane verfasst. Sie schreibt fesselnd, einfühlsam und verständlich.
Ein wichtiger Titel, der zeigt, was an Unrecht auch in der Nachkriegszeit geschah und, dass traumatische Erlebnisse die Familien bis heute prägen können.
Bewertung: 2/3
Rezension von: Bettina Wolf
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | rowohlt kindler |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 413 Seiten |
| ISBN | 978-3-463-00058-9 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Frau / Nachkriegsdeutschland / Kriegsverbrechen |