Freitags um fünf
Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft: der Bundeskanzler begegnet einer Zehnjährigen.
Der deutsche Bundeskanzler Ernst Meister begegnet der zehnjährigen Emma durch einen Zufall: Als er sich im Kanzleramt verläuft und schließlich am Spreeufer landet, trifft er dort auf ein Mädchen, das mit Murmeln spielt. "Willst du auch mal?", fragt Emma und reicht ihm eine gläserne Kugel. Verwundert über dieses fast vergessene Kinderspiel lässt sich Meister von ihr anstecken – und spielt eine Runde mit. Kurz darauf erleidet der Kanzler einen Herzinfarkt. Im Krankenhaus erreicht ihn eine Karte: "Freitag 5" steht in krakeliger Kinderschrift darauf, dazu eine Murmel, mit Klebestreifen befestigt. Tatsächlich findet er Emma am darauffolgenden Freitag zur verabredeten Zeit am Spreeufer wieder. Von da an bemüht sich der Bundeskanzler, trotz dichtem Terminkalender immer wieder freitags um fünf ein paar Minuten für Emma zu reservieren. Diese Begegnungen werden für ihn zu wertvollen Inseln im Alltag – Gespräche, die ihn daran erinnern, das Wesentliche im Leben nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn durch die Augen eines Kindes erschließen sich oft Wahrheiten, die in der Hektik des politischen Betriebs verlorengehen.
Thomas Montasser, Literaturagent und Erzähler, legt mit diesem schmalen Buch eine moderne Parabel über Freundschaft, Menschlichkeit und die Bedeutung kleiner Auszeiten vor. Mit leichter Hand verbindet er eine berührende Geschichte mit Einblicken in die politischen Gepflogenheiten Berlins, die er bestens kennt. Entstanden ist eine gefällige, warmherzige Erzählung, die uns daran erinnert, worauf es wirklich ankommt: Aufmerksamkeit, Nähe und Menschlichkeit – ganz gleich, wie bedeutend oder stressig das eigene Leben sein mag. Bestens empfohlen für Leser und Leserinnen jeder Generation.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Günther Freund
| Preis | geb.: 22,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | Rowohlt Wunderlich |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 158 Seiten |
| ISBN | 978-3-8052-0125-4 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Freundschaft / Politik |