Heimweh im Paradies
Thomas Mann erlebt zehn Jahre Exil mit seiner Familie in Südkalifornien, im Austausch mit anderen Künstlern und Autorinnen.
Das im Titel des Buches anklingende Heimweh ist das schmerzhafte Ringen um die Frage, ob Deutschland nach der Naziherrschaft im Geist regenerieren kann. Thomas Mann debattiert mit denen, die in seiner Nachbarschaft wohnen oder aus der Ferne zu Besuch kommen. Viele strömen zu ihm, um Fragen loszuwerden, sich in seiner Aura zu sonnen oder mit ihm zu ringen. Menschliche Verletzungen, Enttäuschung und Entsetzen bleiben nicht aus. Wenn das Haus ohne Gäste ist, zieht sich der Autor in sein Schreibzimmer zurück. Er braucht die Abgeschiedenheit und Ruhe. Er findet weit entfernt von Deutschland ein Zuhause nur in seinen Arbeiten. Er schreibt in der Zeit den "Doktor Faustus" und arbeitet am Abschluss der Tetralogie von "Joseph und seine Brüder". Er sitzt an Essays und Reden, die er bei Reisen nach Deutschland oder per Radio in die Öffentlichkeit schickt. Eine rege Aufmerksamkeit ist ihm gewiss. Das nährt sein Ego. Er wird gefeiert als Meister der Sprache, als Experte in geistigen Diskursen. Seine Ehefrau, Geschwister und Kinder werden zu Nebenfiguren im Kosmos des Dichters.
Ein geeignetes Buch für Literaturinteressierte, die erfahren wollen, wie Künstlerinnen im Exil mit dem Nazideutschland ringen und für die Freiheit des Geistes kämpfen.
Bewertung: 2/3
Rezension von: Christine Behler
| Preis | geb.: 22,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | DuMont |
| Originalsprache | deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 189 Seiten |
| ISBN | 978-3-7558-0033-0 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Exil / Literatur / Philosophie / Musik |