Herzgrube

Andrew McMillan

Polyphoner Roman über queeres Leben, Männlichkeit und gesellschaftliches Trauma in einer ehemaligen Bergarbeiterstadt.

Vierzig Jahre nach dem großen britischen Bergarbeiterstreik erzählt „Herzgrube“ von einer Familie im postindustriellen Norden Englands: Simon arbeitet im Callcenter, betreibt einen OnlyFans-Kanal und steht abends als Dragkünstlerin auf der Bühne – seine neueste Nummer: eine Parodie auf Margaret Thatcher. Er ist frisch zusammen mit Ryan, einem Sicherheitsmann, der davon träumt, Polizist zu werden – derzeit aber vor allem damit beschäftigt ist, die Männertoiletten im Einkaufszentrum zu überwachen, einem beliebten Treffpunkt für anonymen Sex.
Simons Vater Alex, ein ehemaliger Kumpel, ringt mit alten Wunden und unausgesprochenen Wahrheiten. Onkel Brian, nimmt – eher gutmütig als ehrlich interessiert – an einem universitären Erinnerungsprojekt teil. In kursiv gesetzten Einschüben kommt der Großvater zu Wort – mit eindrücklichen, fast poetischen Erinnerungen an das Leben unter Tage.
Zwischen Überwachungskameras, Dragperformances, gesellschaftlichen Brüchen und familiärem Schweigen entfaltet sich ein kraftvoller, vielstimmiger aber auch sehr zärtlicher Roman über Queerness, Männlichkeit, Klassenzugehörigkeit,  und die Spuren, die Geschichte gesellschaftlich und privat hinterlässt.

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:  Wiebke Mandalka


Preisgeb.: 24,00 €
Erscheinungsjahr2025
VerlagClaasen
Originalspracheenglisch
Übersetzer:inRobin Detje
Seitenzahl217 Seiten
ISBN978-3-546-10068-7
SignaturSL
SchlagworteQueerness / Identität / Männlichkeit