Kleine Schwächen
Heftiges Sozial- und Familiendrama in London in den 1990er Jahren und ein Lehrstück in Sachen Vorurteile.
In einem Londoner Sozialviertel wird ein Mädchen tot aufgefunden. Schnell fällt der Verdacht auf die zehnjährige Lucy und sofort sind Gerüchte über die irische „Assi“-Familie in Umlauf. Ein karrieregeiler Journalist versucht, den Familienmitgliedern ihre dunklen und schmutzigen Geheimnisse zu entlocken. Was findet er? Eine Teenagerschwangerschaft und ein ungeliebtes Kind, Arbeitslosigkeit, Alkoholsucht, Armut. In einzelnen Rückblenden wird dabei erzählt, wie die Menschen in Lucys Familie zu denen wurden, die sie sind.
Ziemlich viele soziale Probleme werden in dem kompakten Roman verhandelt. Es gelingt der Autorin, diese aufzugreifen, ohne dabei in Klischees abzurutschen. Der Erzählstil ist sachlich und schnörkellos. Besonders beeindruckt hat mich die würdevolle Darstellung von Menschen, die Fehler gemacht haben und deren Leben aus den Fugen geraten ist. Das steht in krassem Gegensatz zu dem niederträchtigen Versuch des Journalisten, die Geschichte medial auszuschlachten.
Ein packendes Buch, über das unbedingt gesprochen werden sollte. Klare Empfehlung für Literaturkreise.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Wiebke Richter
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | Kjona |
| Originalsprache | Englisch |
| Übersetzer:in | Stefanie Ochel |
| Seitenzahl | 254 Seiten |
| ISBN | 978-3-910372-63-4 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Klassismus / Fremdenhass / Alkoholismus |