Leben statt Leere

Hg. von Klaus-Martin Bresgott, Johann Hinrich Claussen, Stefan Rhein. Mit Beiträgen von Kerstin Menzel, Frank Schmidt u.a.

Kann die Kirche im Dorf bleiben, auch wenn die Gemeinde kleiner wird?

„Leben statt Leere“ greift eine der drängendsten Fragen evangelischer Gemeinden auf: Was geschieht mit Kirchengebäuden in Zeiten schrumpfender Mitgliederzahlen? In 28 Beiträgen aus Theologie, Stadtplanung und Denkmalpflege entfaltet es eine breite Perspektive und versteht Kirchen als gemeinschaftliche Orte im Sozialraum, die neue Nutzungen ermöglichen sollen.
Stärken des Bandes liegen in seiner Vielfalt und im Mut, über klassische Gemeindearbeit hinauszudenken. Die zahlreichen Beispiele gelingender Umnutzungen – etwa als Begegnungsorte oder Kulturkirchen – machen deutlich: Kirchen können mehr sein als reine Gottesdienstorte. Das Buch wirbt für Offenheit und Experimentierfreude.
Kritisch bleibt jedoch, dass viele vorgestellte Modelle stark auf urbane Kontexte zugeschnitten wirken. Kooperationen mit Kulturinitiativen, Co-Working-Projekte oder komplexe Umnutzungen setzen Ressourcen, Netzwerke und oft auch finanzielle Mittel voraus, die in kleinen ländlichen Gemeinden kaum vorhanden sind. Gerade dort, wo Ehrenamtliche ohnehin an Belastungsgrenzen arbeiten, wirken manche Konzepte eher ambitioniert als praktikabel.
 

Ein inspirierender Impulsgeber, besonders für größere Gemeinden. Für kleine ländliche Gemeinden bietet es Anregungen, braucht aber Übersetzung in realistische, niedrigschwellige Modelle vor Ort.

 

Bewertung: 2/3   

Rezension von:   Maike Linne


Preiskt.: 15,00 €
Erscheinungsjahr2025
VerlagEKD
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl239 Seiten
ISBN978-3-9823816-5-7
SignaturCf
SchlagworteKirche / Gemeinde / Wandel