Links ist nicht woke
Lesenswert für alle, die das Gefühl habe, etwas stimme nicht im Staate und besonders das linke Denken wäre seltsam ...
Susan Neiman erinnert eindrücklich und mit spitzer Feder an die Grundsätze linken Denkens: Universalismus, Unterscheidung von Gerechtigkeit und Macht und die Möglichkeit von Fortschritt. Ein indischer Freund ergänzt das Bekenntnis zum Zweifel. Diese grundsätzlichen Überlegungen illustriert sie mit zahlreichen Verwirrungen, denen wir ausgesetzt sind. Besonders wichtig ist ihr, den Gedanken der weltweiten Menschlichkeit zu betonen, denn nichts schadet mehr als "Stammesdenken", wie sie immer wieder schreibt. Und tatsächlich entdeckt sich die Leserin in der resignierten Ergebenheit in die vermeintliche Ohnmacht angesichts multinationaler Konzerne, Klimakatastrophe und neoliberalem Wahnsinns, der den Menschen zum homo oeconomicus verkleinert und verkürzt hat. Wir sind mehr als Geld und Verdienst, wir sind lieber freundlich als gierig und wir kommen am besten zurecht, wenn wir für Gerechtigkeit kämpfen und dabei alle im Blick haben, die darauf warten und darauf angewiesen sind. Jetzt los!
Jetzt los! Empfehlenswert.
Bewertung: 2/3
Rezension von: Christiane Thiel
| Preis | geb.: 22,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Verlag | Hanser Berlin |
| Originalsprache | Englisch |
| Übersetzer:in | Christiana Goldmann |
| Seitenzahl | 174 Seiten |
| ISBN | 978-3-446-27802-8 |
| Signatur | Sa |
| Schlagworte | Vision / Hoffnung / Argumente / Gerechtigkeit |