Medulla

Verena Güntner

Sie will die Schwangerschaft nicht, er schon: drei Paare im Schwangerschaftskonflikt und ihr Umgang damit.

Siv, Leyla und Esther sind nicht befreundet, aber in der gleichen Situation: Sie lehnen ihre Schwangerschaft ab, während ihre Partner sie begrüßen. Die Autorin folgt diesen drei Frauen und ihren Partnern durch die Berliner Sommerhitze und erforscht, was diese Situation mit den Figuren und ihren Beziehungen zueinander macht.
Dieser Roman hat wenig Handlung, aber viel Atmosphäre. Die Sprache ist sinnlich und roh, körperlich, distanziert. Die Frauen muten es ihren Partnern und den Lesenden zu, weder emotional noch körperlich oder als Gebärende zur Verfügung zu stehen. Wie reagieren die Männer, die über ihre eigene Fortpflanzung nicht verfügen können? Wo kann man mit ihnen mitfühlen, ab wann gehen sie zu weit? Was bedeutet es, als Frau sich selbst zu gehören? Welchen Preis muss man dafür bezahlen? Und wie bewerten wir das? In dieses Buch kann man sich fallen lassen und taucht atemlos, schwitzend und verändert wieder daraus hervor.


Medulla ist gut für kontroverse Diskussionen über Geschlechterrollen, körperliche Selbstbestimmung und Feminismus geeignet. Eine solche müsste aber gut moderiert werden. 

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:  Anna Hofmann


Preisgeb.: 24,00 €
Erscheinungsjahr2025
VerlagDuMont
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl238 Seiten
ISBN978-3-8321-8167-3
SignaturSL
SchlagworteSchwangerschaftsabbruch / Geschlechterrollen / körperliche Selbstbestimmung / Paarkonflikt