Schläge
Zwanzig Erzählungen portraitieren Menschen, die sich im Überleben üben.
Die 1963 in Nordkalifornien geborene Autorin ist eine hochbegabte Schwimmerin. Das Wasser ist in diesem Buch ein lebensstabilisierendes Element und zugleich bedrohlich. So wie auch die von ihr beschriebenen Figuren manchmal kraftvoll und dann wieder sehr dünnhäutig und zerbrechlich sind. Die Sprache selbst ist wuchtig, bestechend und zärtlich. Es werden Außenseiter*innen vorgestellt, die ein Leben zu bestehen haben, zu denen die wenigsten Menschen Zutritt haben. Eine junge Organkurierin hat ein heiliges Geschick für das puckernde Innere des Menschen. Zwei Schwestern trösten sich liebevoll in der Nacht, fliehen in einem Schlauchboot und hoffen auf die Ankunft am rettenden Ufer. Der einäugige trauernde Freund traut sich kaum, von einer neuen Liebe zu träumen. So lange er in Bewegung bleibt, hält er sich am Leben. Ihn tröstet in einem weißen Hotel in Florida der Geruch der frischen Bettwäsche. Diese Menschen sind nicht alltäglich zu treffen. Sie hinterlassen einen bleibenden Eindruck.
Die großen menschlichen Themen Trauer, Angst, Liebe und Lebenswille verdichten sich in knappen Geschichten, die die Lesenden soghaft anziehen. Ein Gewinn für Literaturkreise.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Christine Behler
| Preis | kt.: 14,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | btb |
| Originalsprache | Englisch |
| Übersetzer:in | Claudia Max |
| Seitenzahl | 205 Seiten |
| ISBN | 978-3-442-77307-7 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Außenseiter*innen / Krisen / Trauer / Lebenssinn |