Unser Haus mit Rutsche

Safia Al Bagdadi

Ein berührender Familienroman zwischen Paris, Bagdad und Saarbrücken.

Was für ein Titel! Rätselhaft, absurd, ein Kindertraum. Und tatsächlich geht es darum, wie Träume – und Familien – an der Wirklichkeit zerschellen können. Layla wächst im wenig glamourösen Saarbrücken auf, wie die Autorin, und ihre Eltern existieren, naja, vielversprechend. Laylas Mutter erduldet ihre großbürgerliche französische Herkunft mit verschiedenen Jobs und Chanel Nummer fünf. Laylas liebevoller, fantasievoller, agiler Vater stammt aus dem Irak, ist Geschäftsmann und erwartet immer einen großen Deal, eine große Zukunft. Dann wird die Familie in den Irak ziehen, in eine Villa mit Rutsche direkt in den Tigris. Vorher vielleicht noch nach New York. Aber dann kommt Saddam Hussein, der Irakkrieg, Bomben fallen auf Bagdad, und Babe, wie Layla ihren fröhlichen Vater nennt, verliert und radikalisiert sich zusehends. Währenddessen wächst Layla heran, wird erwachsen und ratlos. Was soll sie vom Leben erwarten? Eine realitätsferne Pseudo-Liebe und eine realistische Psychologin helfen nur bedingt weiter. – Die Leserin aber weiß am Ende etwas mehr vom komplizierten Leben zwischen Klassen und Kulturen. Sehr warmherzig erzählt Safia al Bagdadi ihre Familiengeschichte. Witzig, originell, tragisch.
 

Für Leserinnen und Leser mit Interesse an der Welt von heute – aber dies ist kein politischer Roman. 

 

Bewertung: 2/3   

Rezension von:   Anne Buhrfeind


Preisgeb.: 24,00 €
Erscheinungsjahr2026
VerlagHanser
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl319 Seiten
ISBN978-3-446-28284-1
SignaturSL
SchlagworteBelletristik / Integration / Migration