Unter Freunden
Zwei New Yorker Familien, ein Wochenende auf dem Land – dieser psychologischerRoman geht unter die Haut.
Wie kommt es eigentlich, dass sexuelle Übergriffigkeiten so selten zur Anzeige oder überhaupt zur Sprache gebracht werden? Es gibt viele Erklärungen dafür – und doch kann man es nie so recht glauben, dass jetzt nicht sofort ein Aufschrei durch die Familie, die Schule, die Gesellschaft geht. Dieser Roman spürt den Gründen dafür nach. Zwei Familien – besonders die Männer sind eng befreundet – verbringen ein Wochenende miteinander, sie feiern Geburtstag. Alles ist frühherbstlich schön und heiter, aber im Untergrund brodeln Kränkungen, Enttäuschungen, alte Geheimnisse gefährlich vor sich hin. Es dauert so 135 Seiten (viel zu lange, zu viele Metaphern, Fragezeichen), bis sich die Wut entlädt, und danach ist nichts mehr, wie es war. Und das Buch ist plötzlich sehr sehr gut. Jede Figur muss ihr Lebenskonzept anschauen, sich positionieren: Was geht es hier kaputt? Wo ist meine Loyalität? Mein Interesse? Hal Ebbot, ein junger New Yorker Autor, schreibt das mit feinem Gefühl und originellen Bildern auf und entscheidet sich, die Welt außen vor zu lassen. Kein Trump, kein Klimawandel, keine Wirtschaftskrise. Aber – spannend!
Ein Pageturner für anspruchsvolle Leserinnen und Leser.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Anne Buhrfeind
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | Claassen |
| Originalsprache | Englisch |
| Übersetzer:in | Jan Schönherr |
| Seitenzahl | 332 Seiten |
| ISBN | 978-3-546-10107-3 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Belletristik / Amerika / Psychologischer Roman |