Unverdiente Ungleichheit
In dem hervorragend erklärenden Sachbuch schreibt die Autorin gegen die extreme Vermögensungleichheit in Deutschland an.
In Deutschland herrscht eine extreme Vermögensungleichheit. Zwei Familien besitzen mehr als die ärmere Hälfte der Bevölkerung. Das ist nicht nur ungerecht, es ist verfassungswidrig, demokratiegefährdend und verschärft die Klimakrise. Dieser groteske Reichtum ist nicht einmal selbst erarbeitet, wie uns der Mythos der Leistungsgesellschaft weiß machen will. Er wurde vererbt. Möglich ist das, weil Deutschland keine funktionierende Erbschaftssteuer hat.
Dieses komplexe Thema weiß die Politikwissenschaftlerin Linartas verständlich zu erklären. Sie gibt einen geschichtlichen Abriss der deutschen Erbschaftsteuer, und teilt mit den Leser:innen die Ergebnisse von Interviews, die sie mit Personen der Wirtschaftselite zu den brisanten Fragen der Vermögensungleichheit geführt hat. Das Buch endet mit einem Vorschlag, wie die Ungleichheit überwunden werden kann.
Trotz der vielen Statistiken ist das Buch nicht langweilig und man spürt förmlich, wie die Autorin für das Thema brennt. Das ist ansteckend.
Klare Empfehlung an alle, die sich nach Gerechtigkeit sehnen und den Mythos der Leistungsgesellschaft entzaubern wollen.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Wiebke Richter
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | Rowohlt |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 319 Seiten |
| ISBN | 978-3-498-00735-5 |
| Signatur | Sa |
| Schlagworte | Erbschaftsteuer / Vermögensungleichheit / Demokratie / Politikwissenschaft |