Webers Protokoll
Die Zerrissenheiten eines deutschen Diplomaten im und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Das 2009 erstmals erschienene Werk der vielfach ausgezeichneten Autorin liegt nun als Taschenbuch vor. Im Mittelpunkt des Romans steht ein deutscher Vizekonsul, der 1943 in Mailand tätig ist. Wie viele Kollegen stammt er noch aus der Zeit der Weimarer Republik, muss aber die massive Zunahme des Einflusses der Nazis hinnehmen. Durch manche Taten widersetzt er sich ihnen, hat aber in den 1950er Jahren, im zweiten Handlungsstrang, zunächst Schwierigkeiten, wieder im Diplomatischen Dienst Fuß zu fassen, bevor er in den Vatikan geschickt wird. - Man wird in dieser Geschichte mitgenommen in eine Welt der Diplomatenpässe, der Etikette, der Besoldungsstufen und der Wichtigtuerei. Der Text ist anspruchsvoll, gibt es doch ständige Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen. Außerdem bleiben viele Handlungen, Dialoge und Emotionen bewusst im Ungefähren und Rätselhaften. Der Autorin ist es sprachlich gelungen, die sich darin spiegelnde Verunsicherung des Protagonisten zu vermitteln.
Ein herausforderndes Buch über die Vergangenheit des deutschen Diplomatischen Dienstes.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Tobias Behnen
| Preis | kt.: 14,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Verlag | Frabnkfurter Verlagsanstalt |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 283 Seiten |
| ISBN | 978-3-627-00350-0 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Nationalsozialismus / Italien / Vatikan |