Zugvögel wie wir

Julia Dibbern

Eine Frau, Mitte 50, findet während einer Europa-Radtour Antworten auf sie bedrückende Fragen.

Eva ist Ex-Frau, Tochter, ungeliebte Mutter und manches mehr. Aus dem Ziel, als Klarinettistin Berufsmusikerin zu werden, wurde nichts. Im Urlaub im Spätsommer bei einer alten Studienfreundin im ländlichen Schweden hat sie die spontane Idee, mit einem geliehenen, etwas altersschwachen Rad nach Frankreich zu fahren. Der konkrete Anlass ist, einen Kranich, der einen Sender trägt, auf seinem Zug nach Süden zu begleiten. Dabei begegnet sie vielen, oft überraschend freundlichen Menschen und besonders sich selbst. Einige Traumata überlagern ihr Leben, gerade die schwer gestörte Beziehung zu ihrer Tochter, die sich nach einem einschneidenden Ereignis von Eva schon lange vernachlässigt fühlt. Ihr Kontakt besteht nur noch aus seltenen Textnachrichten. Diese werden in das aus mehreren Perspektiven und mit Rückblenden geschickt erzählte Werk eingefügt. Es bekommt dadurch eine Dynamik, die mit dem Radfahren in unterschiedlichen Tagesetappen korrespondiert. Auch der Bezug zur Natur kann überzeugen.
 

Eine liebevoll und lebensnah geschilderte Geschichte für alle, die Road-Movies mit Tiefgang mögen. 

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:   Tobias Behnen


Preisgeb.: 22,00 €
Erscheinungsjahr2026
VerlagLimes
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl301 Seiten
ISBN978-3-8090-2793-5
SignaturSL
SchlagworteMidlife / Mutter-Tochter-Beziehung / Schweden / Radfahren