Zugwind
Wie lebt eine junge ukrainische Ärztin in Deutschland mit einer vollen Praxis und dem Herzen in der bombardierten Heimat Odessa?
Ebenso wie die Autorin ist die Protagonistin Mira lange vor dem Ausbruch des Krieges mit Mann und Kind nach Deutschland gekommen und hat sich als Ärztin in Süddeutschland niedergelassen. Der Titel gebende "Zugwind" ist das Symbol für die Schuldgefühle und die Verzweiflung, die sie beschleichen, seit die Ukraine angegriffen wird. Seitdem bilden sich auch Schlangen von Ukrainerinnen und Ukrainern, die nicht nur auf die Behandlung ihrer körperlichen Beschwerden, sondern auch auf Rat und Trost hoffen. Wie soll die lebensfrohe und kluge junge Frau mit all den Schicksalen und ihrer eigenen migrantischen Existenz umgehen. Eine kurze Reise nach Odessa, wo sie neben Bombenalarm auch Party, genussvolle Momente am Strand und das Wiedersehen mit der 90jährigen Oma erlebt, füllt die Energiespeicher wieder auf. Es besticht, in welch munterem, manchmal schnodderigen, aber immer treffenden Ton die Autorin sowohl ihren eigenen Lebenshunger als auch das durchaus kritische Mitfühlen mit ihren Landleuten beschreibt. Ein Buch über das Trotzen gegenüber einer manchmal bitteren Realität.
Ein Buch, das leicht Themen wie Heimat, Gemeinschaft, Familienbande und Migration verbindet. Ein guter Einblick in gegenwärtiges ukrainisches Leben in Deutschland. Empfohlen auch für jüngere Frauen.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Gabriele Kassenbrock
| Preis | geb.: 24,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | Rowohlt Hundet Augen |
| Originalsprache | Ukrainisch |
| Übersetzer:in | Jakob Walosczyk |
| Seitenzahl | 301 Seiten |
| ISBN | 978-3-498-00800-0 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Ukraine / Familie / Freundschaft / Krieg |