Bookcasting - eine kreative Möglichkeit neugierig auf neue (oder auch ältere) Bücher zu machen

Diese Veranstaltung macht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Lust auf Bücher, zu denen sie vielleicht nie gegriffen hätten.

Eingereicht von Helena Schäuble, EÖB Remagen

Dauer:  

15 – 45 Minuten, kann mit der Menge der vorgestellten Bücher reguliert werden

Benötigte Materialien: 

Bücher, Alufolie /Zeitungspapier / Packpapier, Flipchart, Abstimmkarten in rot und grün (jeweils so viele wie es Teilnehmer gibt), dicke Filzstifte

Idee:

Jugendliche oder Erwachsene neugierig machen auf Bücher, ohne dass Cover, Titel oder Autor sichtbar sind. Genutzt wird das „Casting-Format“, bekannt aus vielen erfolgreichen Fernsehshows. Das heißt, dass in jeder Runde ein oder mehrere Kandidaten „rausfliegen“ und am Ende nur noch die beliebtesten 1-3 Titel übrigbleiben. Es soll mit diesem Casting auch deutlich gemacht werden, dass das Cover alleine nicht alles über ein Buch aussagt und durchaus Klappentext und die ersten Sätze viel wichtiger für die Entscheidung für das richtige Buch sein können. Erfahrungsgemäß finden beim Bookcasting viele der vorgestellten Bücher Liebhaber, so dass nicht nur die Gewinner entliehen werden.

Vorbereitung:

1. Die  Bücher, die vorgestellt werden sollen, in Alufolie (oder umweltfreundlicher in Zeitungs- oder Packpapier) einschlagen und jeweils mit einer laufenden Nummer vorne sichtbar beschriften. Gegebenenfalls Klappentexte, die sich nur auf der Rückseite des Buches befinden, kopieren.

2. Auf ein Flipchart (oder an eine Tafel/Whiteboard) eine Tabelle schreiben:

Linke Spalte die Zahlen 1-…., je nach Anzahl der Bücher und in den Spalten oben die Runden, in denen nach bestimmten Kriterien die Bücher vorgestellt und nach und nach beurteilt werden. Z. B. „Titel“, „Klappentext“, „1. Satz“, „kleiner Ausschnitt aus dem Buch“, „Cover“. Hier könnte man auch noch weitere Kriterien überlegen. Je nach Publikum können Bücher aus einem Genre (Krimi, Thriller, Fantasy, Liebesroman, Sachbuch) ausgesucht werden oder eine bunte Mischung aus allem. 

Bei den o. g. Kriterien/4 Runden könnte man mit 15 Titeln arbeiten. In jeder Runde fallen 3 Bücher raus, so dass am Ende drei Sieger übrigbleiben, aus denen könnte man dann noch einen „Hauptgewinner“ küren. 

Ablauf:

Die vorbereiteten Bücher liegen auf einem Tisch, das Flipchart ist vorbereitet und es liegen dort ein roter und ein grüner dicker Filzschreiber bereit. Alle Teilnehmer am Bookcasting bekommen jeweils eine rote und grüne Abstimmungskarte. Der Begriff „Casting“ wird noch mal deutlich gemacht und das Prozedere erklärt. Nun kann es losgehen!

In der ersten Runde werden nach und nach alle Titel hintereinander vorgelesen. Dann einzeln noch mal und dabei wird nach jedem Titel mit der roten oder grünen Karte abgestimmt – rot: dieser Titel spricht mich nicht an, dieses Buch würde ich nicht lesen wollen; grün: dieser Titel gefällt mir, möchte ich lesen.

Es werden jeweils alle roten und grünen Karten gezählt (sollte zusammen dann die Anzahl der Teilnehmer sein) und mit der entsprechenden Farbe in die Tabelle eingetragen.

Nun wird ermittelt, welche drei Titel die erste Runde nicht geschafft haben. Diese Titel werden ausgepackt, gezeigt, kurz vorgestellt und auf einem Extra-Tisch präsentiert.

In der 2. Runde wird mit den verbliebenen Büchern weiter pro Buch abgestimmt, es wird nun der erste Satz aus jedem Buch vorgelesen. Nach jedem ersten Satz wird wieder abgestimmt und das Ergebnis in die Tabelle eingetragen. 

Auch jetzt fliegen wieder drei Titel raus, auspacken, zeigen, kurz vorstellen und auf einem Extra-Tisch präsentieren.

In der dritten Runde wird auch wieder pro Buch abgestimmt, nun geht es um den reinen Klappentext. Sollte dieser nur auf der Rückseite des Buches stehen, sollte man diesen vorher kopieren und in das Buch legen. Auch jetzt müssen drei Kandidaten ausscheiden, die ausgepackt und vorgestellt  werden. Jetzt sind noch sechs Bücher im Rennen.

In der vierten Runde werden alle Bücher ausgepackt und über das Cover abgestimmt. Jetzt sollten 3 Titel übrigbleiben. Über diese Titel könnte man dann noch mal über 1., 2. und 3. Platz abstimmen lassen, in dem man noch mal alle Kriterien ins Gedächtnis ruft. Wer im Vorfeld sehr kreativ ist, kann ein kleines „Siegerpodest“ basteln und so die Bücher im Endergebnis präsentieren. 

Die Anzahl der Bücher kann man selber festlegen, dabei muss man einfach nur überlegen, wie viele Bücher pro Runde „rausfliegen“ sollen und wie viele sollen am Ende übrig bleiben. Man könnte also durchaus auch mit weniger Büchern dieses Casting durchführen.  Bei einer geringeren Anzahl von Büchern ist die Veranstaltung entsprechend kürzer.
Am Schluss sollte ausreichend Zeit bleiben, alle Bücher des Castings in Ruhe anzuschauen und auszuleihen zu können. Eine Vormeldeliste sollte bereitliegen.