Zwei ehrenamtliche mitarbeiter einer Bücherei zwischen buchregalen
Team der EÖB Nimburg

Eliport-Jahresinitiative: Das sind die Bewerber!

Im Februar 2025 startete die erste Jahresinitiative des Evangelischen Literaturportals (Eliport), „Türöffner – Evangelische Büchereien für Vielfalt, Toleranz und Gemeinschaft“. Seither hat sich deutschlandweit viel bewegt in den Eliport-Mitgliedsbüchereien und es haben sich 19 Büchereien für den Preis „Bücherei des Jahres“ beworben. Nun folgt der Höhepunkt dieser Initiative, denn derzeit werden die Bewerbungen gesichtet. Die Gewinner werden am Tag der Bibliotheken, dem 24.10.2026, bekannt gegeben. Bis dahin möchten wir Ihnen die Bewerber:innen um den Preis “Bücherei des Jahres” und ihre wertvolle Arbeit und Entwicklung innerhalb der Jahresinitiative vorstellen. In den Wochen bis zur Preisverleihung werden die Büchereien auf den Social-Media-Kanälen des Ev. Literaturportals und hier in Gruppen vorgestellt, geordnet nach Bestandsgröße.

 

Sommerlesung in Wilferdingen

Mit einer Sommerlesung am 26. Juni 2026 bot die EÖB Wilferdingen eine entspannende und gleichzeitig inspirierende Alternativveranstaltung für Frauen zur langen Einkaufsnacht in Wilferdingen. Es wurden Lesungen in zwei Blöcken angeboten, dazwischen gab es Bastelangebote und Cocktails, auch zum Selbermixen. Gekrönt war das Ganze von der Möglichkeit im Buchladen „Blickwinkel“ einzukaufen. In dieser Wohlfühlatmosphäre gaben die Lesungen, u.a. aus „Das Leben ist nicht schwarzweiß“ von Judy Bailey und Patrick Depuhleinen  Anstoß, darüber nachzudenken, wie man sich als schwarze Deutsche fühlt. Das war neben dem Schaffen eines Gegenpols zur eher hektischen Konsumveranstaltung eines der Anliegen der Büchereileiterin Susanne Fernandes, die mit der Veranstaltung und dem Austausch sehr zufrieden war.

Spielenachmittag für verschiedene Generationen

Spiele sind eine wunderbare Möglichkeit, Alt und Jung mit Spaß und ungezwungen zusammenzubringen. Das dachte sich auch die EÖB in der Lutherkirche in Karlsruhe. Die Bücherei nahm am 21. September 2025 an der bundesweiten Aktion “Stadt-Land-spielt” teil. Bei einem Spielenachmittag mit Brettspielen konnten Menschen unabhängig von Alter und Herkunft zusammen spielen und ins Gespräch kommen.Nach der Aktion seien mehr Menschen in die Bücherei gekommen, so Büchereileiterin Elvira Jung. Man habe sich die Spiele ausgeliehen, die man beim Spielenachmittag neu kennengelernt habe. Viele seien überrascht darüber gewesen, was die Bücherei neben “christlichen Büchern” (ein gängiges Vorurteil) noch so zu bieten habe, berichtet Jung. Der Spielenachmittag sei ein niederschwelliges Angebot, das Begegnungen in einem Stadtteil schaffe, der eine hohe Fluktuation unter den Familien aufweise. Man wolle nächstes Jahr wieder dabei sein, so Jung.

Autorenlesung und Literaturabende mit Kunst in Stuhr

Die seit 1984 existierende EÖB in Stuhr kann auf eine lebendige Geschichte zurückblicken. Man hatte sich in der jüngeren Vergangenheit die Aufgabe gestellt, neue Leser:innen für sich zu gewinnen, die Bücherei im Ort bekannter zu machen und gleichzeitig das Team durch daraus entstehende neue Aufgaben und Herausforderungen zu fördern und zu stärken.Man entwickelte dazu Angebote zu Autor:innenlesungen und das Format “Literaturabend mit Kunst”, bei dem Künstler:innen korrespondierende Bilder zu vorgestellten Büchern entwerfen. Die Formate wurden 2025 erstmals angeboten und aufgrund des großen Erfolges 2026 erneut. So gab es u.a. im Januar 2026 eine Lesung mit Birgit Köhler aus “Swinging Bremen - Jazzgroves bei Luftalarm”.  Zu dieser Lesung gestaltete der Kunstverein Huchting Bilder, die zeitgleich ausgestellt wurden. Für diese Angebote sei die Öffentlichkeitsarbeit der Bücherei überarbeitet und intensiviert worden, so die Büchereileitung. Das Team hatte viel zu tun, ging aber gestärkt aus den Herausforderungen hervor. Die Ziele wurden wurden mit den Neuerungen erreicht, nicht nur in Bezug auf die Mitarbeiter:innen: In der Öffentlichkeit wird die Bücherei mehr wahrgenommen, es gibt mehr Leser:innnen, die die Bücherei besuchen und durch vielfältige Themenauswahl werden ganz unterschiedliche Menschen angesprochen. Die Kooperation mit dem Kunstverein Huchting soll ausgebaut unf gefestigt werden.

Frischer Wind in neuen Räumen

Ein Umzug in neue Räumlichkeiten kann frischen Wind bringen, so auch im Fall der EÖB Olfen. Im Juni 2025 zog die EÖB aus den bestehenden Räumlichkeiten in den Kirchraum um und wurde so viel präsenter als zuvor, berichtet Büchereileitung Stefanie Hayen. Dort einen ansprechenden Ort der Begegnung zu schaffen, war das Hauptziel der Bücherei. So wurden im neuen Raum gemütliche Leseecken geschaffen und ein Kaffeevollautomat angeschafft, was auf Beifall stieß. Bestehende Angebote, wie Lesungen, Vorlesenachmittage oder eine "Kuscheltierübernachtungsparty" für Kinder wurden gut angenommen und neue kamen hinzu. Im Jahr 2026 kamen ein Vorlesenachmittag mit Bilderbuchkino, mehrsprachige Vorlesenachmittage, Spieleabende für Erwachsene und das Café Lesart dazu. Alle neuen Angebote wurden gut angenommen und viele neue Leser:innen konnten gewonnen werden. Durch das mehrsprachig Angebote habe man sich mit dem Arbeitskreis Asyl in Olfen vernetzt und konnte so auch Flüchtlingsfamilien “Türen öffnen”, so Stefanie Hayen.

Begegnungen in neuen Räumen

Büchereien sind viel mehr als nur ein Ort der Bücherausleihe. Das wollte auch die EÖB Oberboihingen-Reudern noch mehr in den Fokus rücken. Während der Ausschreibungszeit der Jahresinitiative wurde an diesem „Raum der Begegnung“ gearbeitet und zwar in neuen Räumen, denn die Bücherei ist umgezogen. Die neuen Räume bieten Möglichkeiten für jede Altersgruppe, es gibt z.B. einen Spiel- und Malbereich, der bewusst nicht abgetrennt ist, um das Miteinander zu fördern, außerdem berücksichtigt das Veranstaltungsprogramm ebenfalls verschieden Altersgruppen und reicht von Bilderbuchkinos über Eltern-Kind-Treffs bis hin zu Kulturabenden und Vorträgen, alles auf Spendenbasis. Das Team sei nach diesen Neuerungen mehr zusammengewachsen und einzelne haben neue Fähigkeiten an sich entdeckt, so Büchereileitung Petra Käb. Auch das Feedback der vielen Besucher:innen spricht für sich: „Was ihr alles auf die Beine stellt!“ Auf die örtliche Kirchengemeinde sei Verlass, sie unterstütze als Träger finanziell und lasse großen Freiraum, so Käb anerkennend.

Ab in die Sichtbarkeit!

Auch, wenn die Büchereiarbeit meistens hinter verschlossenen Türen stattfindet, lohnt es sich, in die Sichtbarkeit zu gehen. Das war das Ziel der EÖB Kamen, die schon seit 23 Jahren regelmäßig Bilderbuchkinos anbietet, intensiv mit Kitas zusammenarbeitet und sich nun auf den Kamer Markt gestellt hat. Dort wurden viele Gespräche geführt und in fröhlicher Aufmachung auf die Büchereiarbeit hingewiesen. Das sei gelobt worden und habe u.a. zu neuen Kontakten und mehr Bekanntheit geführt, so Büchereileitung Monika Zube-Turek. Das lasse sich auch an der örtlichen Presse erkennen, die nun vermehrt Veranstaltungshinweise abdruckt. Ziel erreicht

 

Niedrigschwellige Zugänge und Ehrenamtliche im Fokus

Eine gelungene Büchereiarbeit wird vor allem durch das Engagement und die Begeisterung ihrer Ehrenamtlichen getragen. Diese wieder zu entfachen und auch die Bedürfnisse der Ehrenamtlichen wieder mehr in den Fokus zu rücken, war neben dem niedrigschwelligen Zugang zu Büchern für Kinder das Hauptanliegen der EÖB Meerholz-Hailer. Aus dieser Neuausrichtung entstanden zahlreiche neue Angebote  und Kooperationen, immer auf der Basis „Jeder bringt so viel ein, wie er kann und mag“.  Dass das neue Konzept Früchte trägt und sich der Mut zur Veränderung gelohnt hat, zeigt sich nicht nur an steigenden Besucher:innenzahlen, sondern auch an der Zufriedenheit und Freude im Team. Der Prozess sei noch nicht abgeschlossen, so die Büchereileitung.

 

Ausweitung von Angeboten und Kooperationen

Seit einem Wechsel in der Büchereileitung im April 2024 ging es in der Städtischen Bücherei im Kantorhaus vor allem um die Ausweitung des Angebotes und das Finden neuer Kooperationspartner. Es wurden folglich viele neue Angebote etabliert: von Sommerferien-Leseclub über Spieleabende für Menschen unterschiedlichen Alters bis hin zu Frauengottesdiensten und Literaturgottesdiensten. Außerdem gibt es mit dem Café Stadtgespräch ein Angebot für alle Bürger:innen, nicht nur für Leser:innen. Dort entsteht ein lebendiger Austausch zu den Themen, die dien Leipheimer betreffen. Das Café  sei ein guter Anker für Neuzugezogene, so die Büchereileiter:innen Marion  Bayer und Petra Franz. Über das letzte Jahr habe sich u.a. ein guter Zusammenhalt im Team entwickelt, es brauche aber erfahrungsgemäß Beharrlichkeit, um durch die neuen Angebote auf Dauer mehr Zulauf zu bekommen, so die Büchereileitung.

 

Comics als Türöffner

Die EÖB Aschbach hatte sich kein leichtes Ziel gesetzt: Jungen ab etwa neun Jahren sollten gezielt angesprochen und mit ihren Familien in die Bücherei gelockt werden. Das ist die Zielgruppe, die dafür bekannt ist, nicht gern zu lesen. Der Gratis Comic Tag wurde als Anlass genommen, Begegnungen und vielfältige Zugänge zum Lesen zu schaffen. Im Mittelpunkt stand ein Comic-Zeichenkurs, bei dem Kinder unter Anleitung ihre eigenen Comicfiguren gestalten konnten. Dieser Kurs war komplett ausgebucht und auch wenn von den Gratis-Comics wenige mitgenommen wurde, würden Comics seitdem viel öfter ausgeliehen, so Büchereileiterin Sonja Schmiedel. Die Aktion sei als wertvolle Erfahrung für das ganze Team anzusehen und hat darüber gezeigt, dass Comics echte Türöffner zu Lesewelten sein können.

Bücherei und Fairtrade

Fair gehandelte Produkte in der Bücherei verkaufen: Das war die Idee der EÖB Markt-Erlbach, die sich zu diesem Zweck mit der Steuerungsgruppe FAIRTRADE Markt Erlbach zusammentat. „Aus der Überzeugung heraus, dass wir gemeinsam mehr Menschen erreichen und die Verbindungen zwischen den Themen deutlich gemacht werden können, entstand auf Initiative der Bücherei eine „Mango-Party“ mit anschließendem Aktionsverkauf von Fairtrade-Mango-Produkten in der Bücherei“, berichtet Beate Pfänder von der Bücherei. Die Produkte wurden dabei in Verbindung mit passenden Büchern präsentiert. Eine gelungene Aktion und Kooperation, um auf das Thema Nachhaltigkeit als Baustein der Büchereiarbeit hinzuweisen.

 

Zugang für alle

Ob Weihnachtsmarkt, Kinder- und Schulführungen durch das ganze Jahr, Spielenachmittage während der Ferien oder Teilnahme beim Kinderfest der Stadt Gernsbach auf der Murginsel: Die Bücherei Gernsbach bot schon lange viel mehr an als nur Ausleihe und erreicht damit vor allem Familien, die vor allem die häufigen Öffnungszeiten schätzen; 4x in der Woche. Besonders die Sonntagsausleihe werde sehr gern und überdurchschnittlich angenommen, so die Büchereileitung. Durch Flyer oder im Stadtanzeiger werde auf die Veranstaltungen aufmerksam gemacht. Man sei zufrieden mit der Resonanz und erreiche mit der Veranstaltungsvielfalt das Ziel, ganz unterschiedliche Zugänge für jede/n zu bieten.

Miteinander fördern

Weibliche Lebensgeschichten von Frauen mit Migrationshintergrund hat die EÖB Bad Rodach in einer Veranstaltung in den Fokus gestellt. Diese war Teil des Veranstaltungsprogrammes zum „Tag der Europäer“, den die Stadt Bad Rodach jährlich veranstaltet. Neben den Lebensgeschichten aus der Ukraine, Rumänien, Lettland, Deutschland und Polen, wurden landestypische Märchen vorgelesen und als Sahnehäubchen gab es eine kulinarische Spezialität aus jedem Land. Das sei eine harmonische und bereichernde Veranstaltung gewesen, so Gudrun Wintersperger von der Bücherei. Dass die Bücherei im besten Fall ein Ort ist, an dem solche Begegnungen möglich sind, zeigt diese Veranstaltung eindrucksvoll. Das Miteinander von alten und zugezogenen Bewohner:innen wurde merklich gefördert.