Eliport-Jahresinitiative: Das sind die Bewerber!
Im Februar 2025 startete die erste Jahresinitiative des Evangelischen Literaturportals (Eliport), „Türöffner – Evangelische Büchereien für Vielfalt, Toleranz und Gemeinschaft“. Seither hat sich deutschlandweit viel bewegt in den Eliport-Mitgliedsbüchereien und es haben sich 19 Büchereien für den Preis „Bücherei des Jahres“ beworben. Nun folgt der Höhepunkt dieser Initiative, denn derzeit werden die Bewerbungen gesichtet. Die Gewinner werden am Tag der Bibliotheken, dem 24.10.2026, bekannt gegeben. Bis dahin möchten wir Ihnen die Bewerber:innen um den Preis “Bücherei des Jahres” und ihre wertvolle Arbeit und Entwicklung innerhalb der Jahresinitiative vorstellen. In den Wochen bis zur Preisverleihung werden die Büchereien auf den Social-Media-Kanälen des Ev. Literaturportals und hier in Gruppen vorgestellt, geordnet nach Bestandsgröße.
EÖB Hiddestorf
Bilderbuchsonntag in Hiddestorf
Dass Bücher Menschen zusammenbringen, wenn es ein ansprechendes Konzept gibt, das zeigt sich an der Aktion der EÖB in Hiddestorf, Landeskirche Hannover. Dort wurde am 1. März 2026 ein Bilderbuchsonntag veranstaltet, unter dem vielversprechenden Titel “Super! Helden!” Das Ziel der Bücherei, unter der Leitung von Antje Frenz, war es, einen Tag Gemeinschaft zu erleben und möglichst unterschiedliche Menschen mit Unterschiedlichen Begabungen einzubeziehen. Zu den 9 Büchereimitarbeiter:innen konnten über Dorfgrenzen hinaus 20 Helfer:innen geworben werden, die zahlreiche Bastel- und andere Kreativaktionen anleiteten. Der Tag begann mit einem Familiengottesdienst und natürlich gab es auch Vorleseaktionen und für das leibliche Wohl war auch gesorgt. Über den Tag verteilt kamen ca. 250 Besucher:innen in die Bücherei. Die Aktion war so erfolgreich, dass eine Wiederholung 2026 geplant ist. “Es war spürbar, wie das Gemeinschaftsgefühl den Zusammenhalt stärkt”, so Frenz.
EÖB Wilferdingen
Sommerlesung in Wilferdingen
Mit einer Sommerlesung am 26. Juni 2026 bot die EÖB Wilferdingen eine entspannende und gleichzeitig inspirierende Alternativveranstaltung für Frauen zur langen Einkaufsnacht in Wilferdingen. Es wurden Lesungen in zwei Blöcken angeboten, dazwischen gab es Bastelangebote und Cocktails, auch zum Selbermixen. Gekrönt war das Ganze von der Möglichkeit im Buchladen „Blickwinkel“ einzukaufen. In dieser Wohlfühlatmosphäre gaben die Lesungen, u.a. aus „Das Leben ist nicht schwarzweiß“ von Judy Bailey und Patrick Depuhleinen Anstoß, darüber nachzudenken, wie man sich als schwarze Deutsche fühlt. Das war neben dem Schaffen eines Gegenpols zur eher hektischen Konsumveranstaltung eines der Anliegen der Büchereileiterin Susanne Fernandes, die mit der Veranstaltung und dem Austausch sehr zufrieden war.
Evangelische Gemeindebücherei Nimburg
Bastelnachmittag in Nimburg
Dass Büchereien flexibel auf neue Situationen reagieren können, zeigt sich am Beispiel der Evangelischen Bücherei in Nimburg: Hier wurde im August 2025 die Jungschararbeit eingestellt. Dadurch sei ein großer Leserstamm von Grundschülern weggebrochen, so die Leiterin der Bücherei, Sonja Moser, denn im Anschluss an das Jungschartreffen habe es immer eine Ausleihe für diese Gruppe gegeben. Nun überlegte sich die Bücherei ein neues Konzept, um die Grundschüler:innen mit einer Bastelstunde in die Bücherei zu locken. Die Grundschüler:innen kamen leider nicht mehr, aber jüngere Kinder, so dass das Angebot dann als Angebot für Vorschulkinder mit Eltern umgestaltet wurde. Das zahlte sich aus. Es kommen nun regelmäßig 7-8 Kinder, auch Kinder mit Migrationshintergrund. Durch die Aktion würden nun wieder mehr Bilderbücher ausgeliehen, so Moser. Man hoffe nun, in Zukunft auch wieder Grundschüler:innen für Erstlesebücher zu begeistern.
EÖB in der Lutherkirche
Spielenachmittag für verschiedene Generationen
Spiele sind eine wunderbare Möglichkeit, Alt und Jung mit Spaß und ungezwungen zusammenzubringen. Das dachte sich auch die EÖB in der Lutherkirche in Karlsruhe. Die Bücherei nahm am 21. September 2025 an der bundesweiten Aktion “Stadt-Land-spielt” teil. Bei einem Spielenachmittag mit Brettspielen konnten Menschen unabhängig von Alter und Herkunft zusammen spielen und ins Gespräch kommen.Nach der Aktion seien mehr Menschen in die Bücherei gekommen, so Büchereileiterin Elvira Jung. Man habe sich die Spiele ausgeliehen, die man beim Spielenachmittag neu kennengelernt habe. Viele seien überrascht darüber gewesen, was die Bücherei neben “christlichen Büchern” (ein gängiges Vorurteil) noch so zu bieten habe, berichtet Jung. Der Spielenachmittag sei ein niederschwelliges Angebot, das Begegnungen in einem Stadtteil schaffe, der eine hohe Fluktuation unter den Familien aufweise. Man wolle nächstes Jahr wieder dabei sein, so Jung.