Achtsam geht die Welt zugrunde
Ist mehr Gelassenheit eine angemessene Antwort auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen?
Meditation, Yoga oder Atemübungen als Schlüssel zu einem gelasseneren Leben: Fischer stellt diese Praktiken nicht grundsätzlich infrage. Sie untersucht jedoch, was geschieht, wenn Achtsamkeit zur Ideologie wird. Sie zeichnet nach, wie sich politische und wirtschaftliche Veränderungen auf das Leben vieler Menschen auswirken – von steigenden Mieten, über unsichere Arbeitsverhältnisse bis hin zur Angst vor Krieg und Klimakatastrophe. Ihre zentrale These lautet: Wer auf strukturelle Krisen ausschließlich mit Selbstoptimierung reagiert, verliert die eigentlichen Ursachen aus dem Blick.
Fischer liefert eine gut recherchierte Analyse unserer Gegenwart. Sie zeigt, wie politische Entscheidungen, neoliberale Denkmuster und die Individualisierung gesellschaftlicher Probleme zusammenwirken – und warum wir heute so selbstverständlich glauben, uns besser organisieren oder unser Mindset ändern zu müssen, statt gemeinsam für gerechtere gesellschaftliche Strukturen zu kämpfen. Nicht zu wenig Pranayama ist das Problem, sondern ein System, das wirkungsvoll Solidarität und Gegenwehr verhindert.
Ein aufrüttelndes, kluges und hochpolitisches Buch. Unbedingte Empfehlung für alle, die sich nicht mit dem Status Quo abfinden möchten.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Wiebke Mandalka
| Preis | geb.: 22,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | hanserblau |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 253 Seiten |
| ISBN | 978-3-446-28570-5 |
| Signatur | Se / Fd |
| Schlagworte | Achtsamkeit / Politik / Kapitalismus / Systemwandel |