Buch der Gesichter

Marko Dinić

Eine Geschichte der Juden in Serbien rund um das 20. Jahrhundert, erzählt aus ganz persönlichen Perspektiven.

Der Autor ist 1988 in Wien geboren, in Belgrad aufgewachsen,lebt heute in Österreich und schreibt auf Deutsch. Vor diesem Hintergrund erzählt er die ergreifende, brutale und tief in die Personen hineingeschriebene Geschichte. Alles rankt sich um den 1910 geborenen jüdischen Jungen Isak, dem seine undurchschaubare, strenge und - so sie es kann - liebende Mutter Olga abhanden kommt. 11jährig und elternlos wird er von dem bosnischen Partisanenpärchen Rosa und Milan "adoptiert"und wegen der um sich greifenden Judenverfolgung in Ivan umbenannt. Auf eigene Faust holt Ivan das kleine Straßenkind Petar in die Familie. Dieser wird während der deutschen Besatzung einen Menschenschinder umbringen, was schlimmste Rache der Deutschen/Österreicher nach sich zieht. Sie schlachten alle Tiere, vernichten Ernten und stoßen das ganze Dorf in eine brutale Hungersnot. Spannung erhält die auch sprachlich gute Geschichte zusätzlich durch Isaks Suche nach seiner Mutter und dem versteckten Buch, der Hagada, einem hebräischen Gebetsbuch. Überraschend auch der Auftritt des Kollaborateurs Mirko Dinic.


Ein beeindruckendes, trotz des oft brutalen Inhalts in einer poetischen Sprache verfasstes Buch für Lesende, die sich auch den Schrecken der Geschichte in Serbien stellen wollen. 

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:  Gabriele Kassenbrock


Preisgeb.: 28,00 €
Erscheinungsjahr2025
VerlagZsolnay
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl459 Seiten
ISBN978-3-552-07577-1
SignaturSL
SchlagworteJudenverfolgung / Serbien / Jüdisches Leben / Balkan