Das Geschenk

Gaea Schoeters

Satirischer Roman über 20000 geschenkte Elefanten, um die sich die deutsche Regierung ad hoc kümmern muss.

Die Europäer sind ja so tierlieb und um das Wohl der Wildtiere besorgt. Der Präsident von Botswana hat eine andere Perspektive und reagiert auf das deutsche Einfuhrverbot für Jagdtrophäen mit einem folgenreichen Geschenk. Die anfänglichen Euphorie in Berlin über die überall zu beobachtenden Dickhäuter weicht bald einem besorgten Blick auf die Folgen. Ein Elefant braucht pro Tag 100 l Wasser und 200 kg Nahrung, also Blätter, Gras und Gartenabfälle? Und wer entsorgt die nicht unbeträchtlichen Haufen, die sie hinterlassen. Bald sind die Grünflächen verwüstet, Straßen müssen gesperrt werden, weil sich die Tiere nicht an die vorgesehenen Routen halten. Köstlich zu lesen, wie das politische Berlin mit Imagekampagnen, fiktiven Win-Win- Szenarien und viel Gemauschel hinter den Kulissen das Problem lösen will, mit dem letztlich auch die gerade ernannte Ministerin für Elefantenangelegenheiten nicht fertig wird. Und die nächste Wahl steht vor der Tür. Und die Mehrheit ist für die sog. Drittstaatenlösung ...Vergleiche mit aktuellen politischen Fragestellungen in Deutschland und Europa liegen nahe.


Ein spritziges, unterhaltsames und trotz der phantastischen Szenerie wahres Buch, das ich jeder Bücherei mit Belletristikbestand empfehle. 

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:  Gabriele Kassenbrock


Preisgeb.: 22,00 €
Erscheinungsjahr2025
VerlagZsolnay
OriginalspracheNiederländisch
Übersetzer:inLisa Mensing
Seitenzahl139 Seiten
ISBN978-3-552-07574-0
SignaturSL
SchlagworteWildtierschutz / Eine Welt / Politik / Humor