Das schönste aller Leben
Vio und Theresa trennen Jahrhunderte, aber ein Band aus Schmerz und Kampf verbindet sie.
Vio wünscht sich nichts sehnlicher als eine schöne Tochter und bekommt sie auch. Ein tragischer Unfall entstellt das Gesicht des Kindes. Von diesem Moment an ist Vio, die als Kind aus Rumänien nach Deutschland kam und lange mit der neuen Heimat rang, nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ein zweiter Erzählstrang führt ins 18. Jhdt. zu Theresia: Wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit wird sie in ein Straflager im rumänischen Banat verschleppt, verliert dort ihr neugeborenes Kind und findet nur mühsam zurück ins Leben. Dieses fesselnde Debüt mit biografischen Anklängen ist keine leichte Lektüre. Sofort trifft einen die emotionale Wucht der geschilderten Ereignisse. Kunstvoll eingesetzte Zeitsprünge, vielschichtige Perspektivwechsel (selbst die Banater Erde erhält eine Stimme) und ein eindringlicher, zugleich sensibler Schreibstil zeugen vom erzählerischem Können der Neu-Autorin. Spätestens gegen Ende liest man mit feuchten Augen weiter. Ein tief berührender Roman, ein kleines Meisterwerk.
Wer an Themen wie Herkunft, Frauenbild, Generationenfragen Freude hat, sollte diesen psychologisch fein austarierten, literarischen Roman auf jeden Fall lesen.
Bewertung: 3/3
Rezension von: Martina Mattes
| Preis | geb.: 22,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | hanserblau |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 239 Seiten |
| ISBN | 978-3-446-28451-7 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Rumänien - Banat / Herkunft / Schönheit |