Das zweite Zimmer

Magda Kalandadse

Ein Einblick in die Situation queerer Menschen in Georgien und die Abwägungen, die sie treffen müssen.

Elene lebt in Georgiens Hauptstadt Tbilissi als freie Lektorin und Übersetzerin. Als sie das zweite Zimmer ihrer Wohnung an eine junge Aktivistin untervermietet, prallen zwei Weltansichten aufeinander: Auf der einen Seite Elene, die keine Aufmerksamkeit erregen möchte, um ihre Sexualität zu verstecken sogar eine Scheinehe eingegangen ist und die sich schämt für offen gezeigte Zuneigung zwischen homosexuellen Menschen. Auf der anderen Seite Lena, die sich offen in Gefahr begibt, um für die Gleichstellung von queeren Menschen, aber auch für ihre Rechte als Frau in der Gesellschaft einzutreten, die auf Demos geht, sich mit der Polizei anlegt, Guerilla-Aktionen durchführt. Und die Elene vor die Entscheidung stellt, aus ihrem Leben im Schatten herauszutreten. 
Das Buch gibt einen Eindruck von den Gefahren, denen queere Menschen in Georgien ausgesetzt sind, wo Homosexualität, wie es im Nachwort heißt „nach geltender Verfassung (Mai 2024) zwar legal, aber weitgehend tabuisiert ist.“ Im Oktober 2024 wurde ein neues Gesetz erlassen, das nach russischem Vorbild die Rechte sexueller Minderheiten einschränkt und Repräsentation als „Propaganda“ bezeichnet. 


Auch über das Thema LGBTQ hinaus ein guter Einblick in das Leben in Tbilissi.  

 

Bewertung: 3/3   

Rezension von:   Miriam Weinrich


Preisgeb.: 22,00 €
Erscheinungsjahr2024
VerlagEd. Europastraße
OriginalspracheGeorgisch
Übersetzer:inRachel Gratzfeld
Seitenzahl159 Seiten
ISBN978-3-948259-31-0
SignaturSL
SchlagworteLGBTQIA+ / Georgien / Feminismus