Hellere Tage
Die Professorin Ruth muss nach der Trennung vom untreuen Ehemann ihr Leben neu in die Hand nehmen.
In „Mittsommertage" hatte Ulrich Woelk Ruth als eine überaus pflichtbewusste Ethikprofessorin eingeführt und mit der Konfrontation mit einem Gewaltakt in Studentenzeiten in eine Krise gestürzt. Nun muss sie sich nach dem Scheitern ihrer Ehe mit Ben mit dem Alleinleben auseinandersetzen. Wie soll es für sie als Frau mit Mitte 50 weitergehen? In diese ohnehin empfindsame Phase ihres Lebens tritt plötzlich der Tod des 90jährigen Vaters, den sie jeden Samstag in einer Seniorenresidenz besucht hatte. In seinem Nachlass findet sie Briefe, die völlig überraschend über seine homosexuellen Erfahrungen Auskunft geben. Während sie mit der eigenen Sexualität beschäftigt ist (es gibt eine Episode mit einem Mann aus der linksautonomen Szene) entdeckt sie, dass auch ihre Eltern sexuelle Wesen waren. Und beobachtet, wie ihre (Stief)Tochter Jenny, das Zusammenleben mit einer Frau ausprobiert. Einsamkeit, Suche nach Partnerschaft und Freundschaft, Verarbeiten von Kränkungen und neue Erfahrungen - das sind die prägenden Themen dieses Buches, das ganz im gegenwärtigen Berlin angesiedelt ist.
Mit wenigen Überraschungen routiniert und mit großer Sympathie für die weibliche Hauptfigur erzählt. Wo Gegenwartsromane gefragt sind, gerne empfohlen. Nicht so konzentriert wie Mittsommertage.
Bewertung: 2/3
Rezension von: Gabriele Kassenbrock
| Preis | geb.: 26,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Verlag | C. H. Beck |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 317 Seiten |
| ISBN | 978-3-406-84341-9 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Frau / Generationen / sexuelle Identität / Älter werden |