Lebensversicherung
Shortlist 2026
Welche Versicherungen braucht man für ein rundum abgesichertes Leben? Kathrin Bach sammelt kurze Miniaturen aus der Perspektive eines Kindes, dessen Eltern (bereits in zweiter Generation) Versicherungen verkaufen. Es entsteht ein collagenartiges Potpourri aus Erzählungen, Anekdoten und Protokollen – eine Analyse der westdeutschen Provinz.
Rezension:
Wie viel Versicherung braucht ein Leben?
Ein Dorf in der westdeutschen Provinz in den 1990er Jahren: Es gibt eine Buswendeschleife, eine Gastwirtschaft, ein Neubaugebiet, einen Sportplatz – ein Dorf wie jedes andere, mag man denken. Doch die Unterscheidungen zum Nachbardorf sind klein, aber entscheidend. Wer hier auch nur die geringste Abweichung zeigt, etwa im Dialekt, gilt nicht als Einheimischer, sondern ist offensichtlich ein Zugezogener und somit ein Fremder. Die Protagonistin wächst hier als Tochter von Eltern auf, die Versichrungen verkaufen. Und Versicherungen bedeuten Sicherheit: Wer nicht abgesichert ist, lebt gefährlich. Diese Haltung verinnerlicht sie – und entwickelt im Erwachsenenalter zunehmend eine Angststörung.
Mit feinem Humor und in ungewöhnlicher Form erzählt Kathrin Bach in ihrem Debüt von dieser Biographie. In Miniaturen, Anekdoten, Protokollen und kurzen Erzählungen sammelt sie eine Collage des Lebens auf dem Land.
Eine pointierte und witzige Analyse des Mikrokosmos Dorf.
Bewertung: +++
Rezension von: Miriam Weinrich
| Preis | geb.: 22,00 € |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Verlag | Voland & Quist |
| Originalsprache | Deutsch |
| Übersetzer:in | -- |
| Seitenzahl | 237 Seiten |
| ISBN | 978-3-942375-72-6 |
| Signatur | SL |
| Schlagworte | Debüt / Landleben / Familie / Sicherheit und Angst |