Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor

Ist das wahr oder ist das Kitsch? Ist das möglich? Eine Sterbebegleitung auf Umwegen zwischen Witz und Schock.

Fred ist Mitte 40 und übergewichtig, zieht nach einer Scheidung seinen Sohn Philipp allein groß, der gerade in die Pubertät kommt und ein Lyrik liebender liebenswerter Sonderling ist. Das Liebenswerte hat er mit seinem einsamen, spießigen aber offenherzig ratlosen Vater gemeinsam. Fred ist irgendein Beamter, ohne Hobbys, ohne Ausschläge, aber mit viel Aufmerksamkeit für Phil. So weit so gewöhnlich. (Ist das vielleicht schon ein bisschen zu stereotyp?) Fred entscheidet sich, eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter zu machen und zu Beginn des Romans tritt er seinen ersten Dienst an: bei Karla. Sie ist Fotografin, Hippiegirl und Immobilienhändlerin gewesen. Mit Anfang 60 stirbt sie zügig an einem Schilddrüsenkrebs. Die Chemotherapie hat sie abgebrochen. Sie leidet und schwankt zwischen witzig zynischer Giftigkeit und kluger Ehrlichkeit. Sie findet Fred doof. Er versteht sie nicht. Aber alles kommt anders. Und wie es anders kommt, ist wunderbar. Phil spielt auch eine Rolle. 

Geeignet für:  Empfohlen für Literaturgottesdienste, Jugendarbeit, Hospizarbeit, Krankenhausbibliothek

Bewertung: 3/3   

Rezension von:   
Christiane Thiel


Preisgeb.: 20,00 €
Erscheinungsjahr2017
VerlagKiepenheuer & Witsch
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl285 Seiten
ISBN978-3-462-04870-4
SignaturSL
SchlagworteTod / Kampf / Wut / Witz