Winterbienen

Norbert Scheuer

Winterbienen haben die Aufgabe, das Bienenvolk über die kalte Jahreszeit zu bringen.

Der Protagonist Egidius Arimond beschreibt in seinen Tagebucheinträgen das Leben seiner Bienen im Laufe eines Jahres. „Winterbienen“ erzählt von der Schönheit und Sinnhaftigkeit der Natur. Und vom Jahr 1944. Wir erleben mit Egidius Arimond die letzten Monate des zweiten Weltkriegs in der Welt eines kleinen Eifelstädtchens im Urftland.<o:p></o:p>

Der Bienenzüchter ist ein vorzeitig entlassener Lehrer für Latein und Geschichte, der an Epilepsie leidet und deshalb nicht zum Kriegsdienst eingezogen ist. In der Gemeindebücherei übersetzt er Fragmente eines Vorfahren, der im 15. Jahrhundert auf abenteuerliche Weise aus Tirol in die Eifel gekommen war. Um das Geld für seine nötigen Medikamente zu bekommen, verkauft er nicht nur seinen Honig, sondern hilft jüdischen Flüchtlingen über die belgische Grenze, indem er sie in präparierten Bienenstöcken transportiert. <o:p></o:p>

Norbert Scheuer beschreibt den immer wiederkehrenden Rhythmus der Natur, in dem auch Egidius Arimond innere Ordnung findet. Das Summen der Bienenvölker wird ihm zum Trost und zur Beruhigung angesichts des Grauens eines trostlosen Krieges.

Geeignet für: Mit „Winterbienen“ ist Norbert Scheuer ein literarisches Meisterstück gelungen, das durch die Vielschichtigkeit seiner Themen beeindruckt, das den Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges deutlich macht und den Menschen in seiner ganzen Ambivalenz zwischen egoistischem Überlebenswillen und mitleidvoller Hilfsbereitschaft zeigt.

Bewertung: 3/3   

Rezension von:   
Begründung der Jury


Preisgeb.: 22,00 €
Erscheinungsjahr2019
VerlagC. H. Beck
Originalsprachedeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl318 Seiten
ISBN978-3-406-73963-7
SignaturSL
SchlagworteFlucht / Nationalsozialismus / 2. Weltkrieg / Imkerei