Zwei, drei blaue Augen

Victor Schefé

An das Leben des Autors angelehnter Roman über Freiheit.

Tassilo Schefe ist belesen, sportlich, selbstbewusst, lebenshungrig, schwul. Er eckt an in seinem Heimatland DDR, stößt an Grenzen, fühlt sich unfrei. Mit viel Ausdauer und Hilfe aus West-Berlin gelingt die Ausreise. Unklar, ob er seine Mutter je wiedersehen wird. Aus Tassilo wird Victor (der Siegreiche). Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Dann Mauerfall, Wiedersehen mit der Mutter, Krebserkrankung und die erste große Theaterrolle. Die Handlung springt zwischen Kindheit und Jugend hin und her, besteht aus Briefen, Tagebucheinträgen und Stasi-Akten. Die Lücken füllt der Ich-Erzähler mit sprachspielerischem manchmal fast stichpunktartigem Erzählen. Immer wieder sind kluge zeitgeschichtliche Beobachtungen und unzählige Liedtexte eingeflochten.
Die Abschnitte aus der Kindheit haben ihre Längen. Zu viel Ostalgie. Der Jugendliche Ich-Erzähler überzeugt hingegen durch Scharfsinn und große Klarheit in dem, was er will: ein intensives, ehrliches Leben.


Ein Stück persönliche und deutsch-deutsche Geschichte. Ein Muss für alle Musikfans.

 

Bewertung: 2/3   

Rezension von:   Wiebke Richter


Preisgeb.: 24,00 €
Erscheinungsjahr2025
Verlagdtv Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
Seitenzahl467 Seiten
ISBN978-3-423-28514-8
SignaturSL
SchlagworteOst-West-Biografie / Homosexualität / Musik