Trauerarbeit und Erinnerung  

Im Buch gibt es unterschiedliche Menschen, die auf ganz Unterschiedliche Arten Trauen. Hier gibt es Möglichkeiten zur Arbeit zur Individualität von Trauer, Trauerritualen etc. 

1. "Wie trauerst du denn?!” - Thema Trauer

Trauer ist ein weites Feld. Immer aber geht es dabei um Emotionen. Diese müssen nicht unbedingt den Tod eines geliebten Menschen betreffen. Genauso trauert man beispielsweise über den Tod eines Haustieres, über das Ende einer Liebesbeziehung oder Freundschaft, vielleicht sogar über etwas vermeintlich belangloses wie ein verlorenes Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft. Es gibt für die Trauer keine allgemeingültigen Regeln, sie ist für jeden Menschen absolut individuell und niemals als richtig oder falsch zu bewerten.

Frage: 
Habt ihr Erfahrung mit Trauer?
Kennt ihr typische Zeichen oder Rituale der Trauer, wie sie hier bei uns / bei euch   üblich sind?
Wisst ihr, wie typischerweise der Ablauf ist (oder sein kann), wenn bei uns ein Mensch verstirbt?

Aufgabe: 
In der Bibel finden wir viele Beispiele von Menschen, die um einen geliebten Mitmenschen getrauert haben. Hier nur einige:
Abraham trauerte um seine Frau Sara und weinte an ihrem Totenbett (1. Mose 23,1-2)
Als Jakob die Nachricht bekam, dass sein Sohn Josef gestorben war, zerriss er seine Kleider, wickelte als Zeichen der Trauer ein grobes Tuch um seine Hüften und weinte viele Tage um Josef (1. Mose 37,34).
David dichtete ein Klagelied über Sauls und Jonathans Tod (2. Samuel 1,17-27)
Jesus selbst weinte am Grab eines geliebten Freundes (Johannes 11,33-35). Er hat nicht versucht, seine Traurigkeit zu verbergen oder zu unterdrücken.

Guckt euch diese Geschichten an (ihr könnt auch andere Bibelstellen recherchieren) und schreibt auf: Welche Emotionen werden in den Texten benannt? Welche Rituale werden beschrieben? 

2. Das „Trauercamp” - Szene in der WG

Für die Recherche zu seinem Referat besucht Leon auch die WG, in der Lukas gelebt hat. Dort trifft er auf Kara und Marco, die beide von Lukas erzählen und dabei deutlich erkennen lassen, auf welche Weise sie um ihren Freund trauern.

Aufgabe (in Dreier- oder Vierergruppen): 
Lest euch das Gespräch zwischen Leon, Kara und Marco (im Anhang) durch und setzt es szenisch um. Legt dafür fest, wer welche Rolle übernimmt. Seid ihr in eurer Gruppe zu viert, führt die vierte Person Regie.
Überlegt euch insbesondere, welche Emotionen die Personen in ihre Worte legen, mit welcher Gestik und Mimik sie das Gesagte unterstreichen. 
Spielt euch die Szene gegenseitig vor.

Extra: 
Wer mehr Zeit investieren möchte, lässt die Jugendlichen die Szene aus dem Buch selbst zu einem „Theaterstück” umschreiben: 
S.43 „Also, was willst du über Lukas wissen?” bis S.55 „Yo, mach ich. Tschüss, Leon.

Achtet dabei darauf, dass nur die wichtigsten Aussagen in die Szene aufgenommen werden und eine „Aufführungsdauer” von 7-8 Minuten nicht überschritten wird.

!!!! Hinweis geben: Auch für Menschen, die Probleme damit haben, ihre Trauer zu bewältigen, gibt es professionelle Hilfe! (Beispiele vor Ort nennen)

3. Hanna, die „Blumenfrau” – total durchgeknallt?

Lesen: 
S.169 „Du willst wissen, wieso ich da Blumen hinstelle.” bis S.172 „Und so ist es gut.
(oder den verkürzten Dialog – im Anhang – lesen.)

Aufgabe: 

  • Tragt alle Informationen über den verstorbenen Mann von Hanna, die ihr dem Text entnehmen könnt, zusammen.
  • Gibt es irgendwelche Parallelen zu Lukas und seinem Tod?
  • Tragt ebenso alles zusammen, womit Hanna begründet, dass sie dieses Kreuz als Ort der Trauer um ihren Mann ausgesucht hat.

Frage: 
Ist Hannas Entscheidung für euch nachvollziehbar? 

Leons Lehrerin fragt (S.178): „Wie findet ihr das? Dass da einfach eine fremde, unbeteiligte Person dieses Kreuz kapert?

Frage: 
Wie findet ihr das?

Extra:  
Der verkürzte Dialog (im Anhang) kann szenisch umgesetzt werden.

4. “Gib mir die richtigen Worte...” - Trauerpost schreiben

Lesen: 
Es ist nicht leicht, die richtigen Worte zu finden, wenn man das Thema Tod und Trauer ansprechen möchte. Auch Leon tut sich im Buch schwer, treffend zu formulieren. Lest S.14ff

Aufgabe 1: 
Vielleicht habt ihr zu Hause Trauerkarten, die eure Familie bekommen hat, als jemand gestorben ist. Oder ihr habt sogenannte Traueranzeigen, mit denen andere Leute euch mitgeteilt haben, dass aus ihrer Familie jemand gestorben ist. Viele Menschen heben diese Post auf. Fragt einmal nach und bringt sie mit!
Auch in den Zeitungen gibt es Traueranzeigen für verstorbene Personen, die man auch online ansehen kann.

Schaut euch in Gruppenarbeit diese Anzeigen und Karten an. Dabei geht es nur um die gedruckten Texte, nicht um das, was handschriftlich ergänzt wurde! Erstellt Listen:

  • Welche Symbole tauchen auf? (z.B. Kreuz, Taube, Blume...)
  • Welche (Bibel-)Verse sind eingedruckt?
  • Welche Synonyme für sterben werden verwendet? (sanft entschlafen, von uns gegangen..)

Erstellt dann zu euren Ergebnissen Wordclouds.

Aufgabe 2: 
Überlegt, ob euch noch mehr Synonyme für „sterben” einfallen und sammelt diese. Ergänzt sie durch eine Recherche im Internet.
Teilt sie in Kategorien ein, z.B. „umgangssprachlich”, „beschönigend”, „derb”. 

Diskutiert:  
Warum gibt es wohl so viele unterschiedliche Ausdrücke für das Wort sterben?

Idee: 
Man kann die Jugendlichen in Gruppen gegeneinander antreten lassen. Welche Gruppe findet die meisten Synonyme? Dann aber ohne Hilfe des Internets!

Aufgabe 3: 
Schreibt eine imaginäre Trauerkarte. Denkt euch dafür eine Person aus, an die ihr sie richtet, oder schreibt an Kara, Marco oder Hanna.
Sucht euch ein Symbol und vielleicht auch einen (Bibel-)Vers aus, den ihr schön und passend findet.


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