Heimat

Nora Krug

Was bedeutet es, eine Deutsche zu sein? Eine Spurensuche.

Nora Krug spürt den Verstrickungen ihrer Familie in die Geschichte des Dritten Reichs nach. Sie recherchiert in Archiven, sichtet Familienfotos, befragt „verschollene“ Verwandte und skizziert Objekte, die symbolisch für eine vergangene Zeit stehen. In diese großartig gezeichnete und beschriftete Collage webt sie Deutungen und Interpretationen ein, die helfen zu verstehen, was gewesen ist. Die Autorin hat mit dem Material, das sie gefunden hat, sowie mit eigenen Illustrationen ein Bilderbuch gestaltet, das einen sehr persönlichen Blick auf das Leben im Nationalsozialismus und in den Kriegsjahren wirft und auf diese Weise anschaulich einen Zugang zu dieser Geschichte ermöglicht. Das Buch regt an, sich die eigene Familiengeschichte bewusst zu machen, informiert über die deutsche Geschichte im vergangenen Jahrhundert und reizt seine Leser*innen, die Frage: „Was ist deutsch?“ für sich selber zu beantworten. Heimat gibt es nicht „objektiv“. Heimat erschließt sich persönlich in der Begegnung mit der eigenen Familiengeschichte. Sie taucht auf im Blick auf die Orte der Kindheit, in Gegenständen, Worten und Gesten vertrauter Menschen.

Geeignet für: Mit „Heimat“ ist es Nora Krug gelungen, ohne Kitsch und mit liebevoll kritischem Abstand ein anregendes und ansprechendes „deutsches Familienalbum“ zu schaffen.

Bewertung: 3/3   

Rezension von:   
Begründung der Jury


Preisgeb.: 28,00 €
Erscheinungsjahr2018
VerlagPenguin
OriginalspracheDeutsch
Übersetzer:in--
SeitenzahlO. Pag. : überw. Ill.
ISBN978-3-328-600005-3
SignaturSL
SchlagworteNationalsozialismus / 2. Weltkrieg / Verantwortung / Identität